Prof. Dr. Heinrich Dauber

Prof. Dr. Heinrich Dauber

Prof. a. d. Erziehungswissenschaften, Gestalttherapeut

"Bildung heißt, sich konsequent und verantwortungsbewussst mit Ungewissheiten auseinanderzusetzen und daraus mit anderen etwas zu gestalten."

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Heinrich hat nach seinen eigenen Worten, jetzt im gereiften Alter, Zeit über Bildung zu reflektieren und was sie für ihn in verschiedenen Lebensabschnitten bedeutet. Ein Resümee, das sich zwischen den Polen Dazugehören und Autonomie bewegt und neben dem Einblick in das Kassler Lehrerbildungsmodell und die prämierte Seminarreihe zur Ausbildung von Basiskompetenzen bei Lehrkräften, einen Einblick gibt in das Lernen und Wirken dieses renommierten Autoren, Pädagogen und Therapeuten.

Zum Beitrag

Heinrich Dauber studierte von 1963 bis 1965 an der damaligen Pädagogischen Hochschule Heidelberg . Später studierte er Erziehungswissenschaften, Psychologie und evangelische Theologie in Heidelberg und Tübingen. Zwischen 1965 und 1968 hielt er sich mehrfach zu Arbeitsaufenthalten in israelischen Kibbuzim auf. 1972 promovierte er im Fach Erziehungswissenschaft mit einer Schrift über „Lehrerrolle und Sozialisation : zur Anwendung des Rollenmodells im Vorfeld einer Theorie des Lehrers“. 1978 wird Dauber schließlich zum Professor für Erziehungswissenschaft an die Universität Kassel berufen (Schwerpunkte: Erziehungs- und Schultheorie, einschließlich Weiterbildung). Zusammen mit Reinhard Fuhr entwickelte Dauber das Konzept der Phänomenologischen Praxisforschung, welches im Jahr 2002 erstmals veröffentlicht wurde. 2009 wurde Heinrich Dauber in den Ruhestand verabschiedet.

Heinrich Dauber empfindet die chronologische Auflistung biografischer und beruflicher Daten nach Art eines Lexikonartikels oft relativ nichtssagend und ihn bewegt bei biografischen Erinnerungen vor allem die Frage: "Gibt es einen inneren Zusammenhang zwischen den eigenen langfristigen Lebensthemen und den Schwerpunkten der beruflichen und wissenschaftlichen Arbeiten, insbesondere publizierten Texten und Büchern? Auch anders ausgedrückt: "Habe ich vielleicht immer schon vor allem deshalb geschrieben, um mich selbst in meiner persönlichen und beruflichen Lebenswelt mit ihren Erfahrungen besser zu verstehen? Oder auch "Haben ‚theoretische' Überlegungen meine Lebens- und Berufspraxispraxis' im Sinne von „Umdenken-Umschwenken" verändert?" Eine Möglichkeit diesen Fragen nachzugehen, besteht vielleicht darin, verschiedene Lebensphasen als spiralförmige Bewegung zwischen zwei Grundpolen der menschlichen Entwicklung in Anlehnung an Robert Kegan (Die Entwicklungsstufen des Selbst. Fortschritte und Krisen im menschlichen Leben, München 1986) zu beschreiben: als ständiges Pendeln zwischen dem Wunsch nach Eingebundenheit und dem Wunsch nach Selbständigkeit. Anbei zeigt er vor, wie das anhand seines Lebensweges aussieht.

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3 Kommentare

  • Das Interview hat mich beeindruckt und mir für mein Leben einen neuen Impuls zur Selbstreflexion gegeben: Das Zusammenspiel und manchmal eben auch der Widerstreit zwischen meinem Streben nach Verbundenheit und Autonomie. Vielen Dank, Heinrich Daubner!

    Einen weiteren Interviewpunkt möchte ich besonders unterstreichen, nämlich wie wichtig es ist, in der Lehrerbildung Möglichkeiten zur Selbstreflexion zum eigenen Gruppenverhalten, zu persönlichen Prägungen aus der Schulzeit und zu einem humanistischen Menschenbild zu schaffen. Auf diese Weise wäre Selbstreflexion als professionelle Selbsthilfe vermutlich normal und es natürlich, später in der Schule Mitglied in einer Supervisions- oder Kollegialen Beratungsgruppe zu sein. Diese halte ich für „überlebenswichtig“ im ganz normalen Schulalltagswahnsinn, und sie können zudem Ausgangspunkt für wichtige Veränderungen an der Schule – gemeinsame Entwicklung – sein. Oft begegne ich Scheu und Vorbehalten („Psychokram“) diesen Gruppen gegenüber. Sie sind aber einfach nur professionell und in der Regel eine persönliche Bereicherung.

    Noch ein Hinweis: Am Studienseminar Göttingen (HRS) kann jede*r Referendar*in zu Beginn der Ausbildung freiwillig an einem Assessment zur Feststellung personaler Kompetenzen teilnehmen. Die TN durchlaufen verschiedene Übungen einzeln und als Gruppe. Eine unabhängige Beobachtergruppe spiegelt vor allem die Stärken der TN und zeigt, welches Lernfeld sie für das Referendariat empfehlen. Ich arbeite dort ehrenamtlich mit, weil ich immer wieder sehe, wie wenig sich die Anwärter*innen ihrer Stärken bewusst sind. Hier werden sie gestärkt, aus ihren Stärken heraus zu handeln und Neues zu integrieren. Gerade zu Beginn des Referendariats finde ich das enorm wichtig!

  • Anna

    Was für ein wert-volles Interview mit einem sehr nachhaltigen Lebenswerk.

  • Dagmar Möller

    Herzlichen Dank an Herrn Dauber. Das Verstehen der eigenen Verhaltensmuster ist die Grundlage für Veränderung. Das ist meine Erfahrung. Ich frage mich oft, wie ich diese Erfahrung transportieren kann ohne dass mein Gegenüber erst so tief fallen muss, dass er diesen Weg einschlägt. Das trifft leider auch auf meine eigenen Kinder zu. Die erlernten Muster sind durch mein Lebensweise entstanden und jetzt machen diese das Leben nicht leichter.😂