Pioneers of Education

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12. November

Mit der Kraft des Wir die Zukunft unseres Bildungssystems gestalten.

Prof. Ulrich Weinberg

Leiter der School of Design Thinking, Netzwerker, Autor
Prof. Ulrich Weinberg
Interview mit Ulrich Weinberg
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AUDIO - Interview mit Ulrich Weinberg

Die School of Design Thinking ist ein Prototyp für die Bildungslandschaft des 21. Jahrhunderts: Für die Kulturveränderung vom IQ zum We-Q.

Prof. Ulrich Weinberg

Prof. Ulrich Weinberg ist seit 2007 Leiter der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam.
Bereits Mitte der 1980er Jahre spezialisierte er sich auf 3D-Computeranimation und arbeitete an künstlerischen, technischen und wissenschaftlichen Projekten für Unternehmen wie ARD, BMW, Mercedes, Siemens, Schering, Telekom, ZDF. Er gründete mehrere Unternehmen mit den Schwerpunkten 3D-Animation, Simulation, Cross-Media-Projekte und Computerspiele. 1994 wurde er zum Professor an der Filmuniversität in Babelsberg ernannt und führte die Universität als Vizepräsident vier Jahre lang in die Digitalisierung. Seit 2004 ist er Gastprofessor an der CUC der Kommunikationsuniversität Chinas in Peking und seit 2014 ehrenamtlicher Direktor des dortigen Design Thinking Innovation Center.
Seit 2014 ist Weinberg Ehrenvorstand der Deutschen Gesellschaft für Qualität DGQ e.V. sowie der WeQ Foundation und ist Mitglied des Beirats von TEDx Berlin. Das deutsche Wirtschaftsmagazin Handelsblatt hat ihn 2017 zu den Top 100 Innovatoren in Deutschland gezählt. Weinberg war 2017 Mitbegründer der Global Design Thinking Alliance GDTA und Ehrenvorsitzender. Er ist ein international gefragter Kongressredner und begleitet große und mittlere Unternehmen und Organisationen in Fragen des digitalen Kulturwandels. Er ist Co-Autor mehrerer Bücher und Autor von "Network Thinking - Beyond Brockhaus Thinking".

5 Kommentare

  • Alexandra

    Danke auch von meiner Seite für das sehr spannende und inspirierende Gespräch dem ich soeben folgen durfte.
    Ich bin auch der Ansicht, dass wir uns keine Welt ohne Digitalisierung herbeiwünschen müssen und doch bin ich klar der Ansicht, dass es für Kinder bis 14/15 Jahren ganz bedeutend schädlich ist sie in, auch wenn es die Qualität der Vernetzung widerspiegelt, hauptsächlich digitalen Träumen sich bewegen und eine scheinbare Verbindung erleben zu lassen. Daher kann ich den Ruhm für die eine Schule, die schon früh auf ein eigenes digitales Netzwerk baute ganz und gar nicht unterstreichen.
    Vielmehr sehe ich die Herausforderung und wahre Meisterung der Zeit die Vernetzung ohne digitale Medien, auch während der Coronakrise, zu schaffen. Ich zum Beispiel habe es mit meiner Klasse analaog und gleichzeitig voll vernetzt geschafft. Dazu braucht es unter anderem auch nicht-irdische Kräfte, Meditationen und eigene starke Arbeit der Lenbegleitenden. Es ist nicht notwendig in diesem Alter, es geht um eine 6. Klasse, einen Computer herbei ziehen. Viel mehr sollen sie das Staunen, Erleben und Ehren der Natur erleben.
    Welche Kräfte sollen wir in den Kindern denn stärken? Nicht auch ihre Intuitions- und Imaginationskräfte? Ein Computer hemmt diese Kräfte wehement und ist meines Erachtens die faule Alternative, in diesem Alter. Für Erwachsene oder Jugendliche sieht das ganz anders aus. Da besteht im besten Sinne die Fähigkeiten zwischen wahrhaftigen und virtuellen Begegnungen eine Differenzierung zu ziehen.

    Ein echter Impuls und wahre Kraft besteht für mich aus Netzwerkarbeit von Mensch zu Mensch! Dem verbindenden Charakter der digitalen Welt kann ich auch in geistig-spirituellem Naturerleben begegnen. Daher geht mein Plädoyer ganz klar für eine computerfreie Kindheit ohne dass dabei keine Vernetzung erlebt werden muss. Dazu braucht es nur noch mehr Kreativität und Eigenentwicklung der Erwachsenenwelt, als die bequeme Lösungen der digitalen Welt zu nutzen.

    täglich im Versuch wahrhaftig zu sein,
    Alexandra

  • Simone Günther

    Liebe Silke, erst einmal vielen Dank für diese Austausch- Möglichkeiten!
    Ich stimme Uli Weinberg total zu u. frage, was es bei den vielen Expertisen noch braucht im Bildungswesen endlich die Veränderung zu leben, Schule zum Erfahrungs- u. Lebensart werden zu lassen.
    Viele LehrerInnen können sich das, was Uli sagt nicht vorstellen! Und wenn es nicht „klappt „in der Gruppenarbeit switcht man wieder zurück; kein Vertrauen ….
    Selbst die freien Schulen dürfen nicht frei sein.
    Wie kommen wir bei der Lösung des Gordischen Knoten vorwärts?

    • Franz

      Das Bild mit dem Gordischen Knoten inspiriert mich zu einer spontanen ins Unreine geschriebenen Antwort.

      Ich komme gerade vom Summit der Pioneers of Change und wechsle nahtlos zu den Pioneers of Education.

      Bei den Pioneers of Change habe ich das schmerzlich vermisst, was Prof. Weinberg propagiert hat, nämlich das Netzwerk Denken und vor allem das Arbeiten im Netzwerk. Etwas scharf formuliert, kam ich mir vor wie bei den Stars der Manege. Das Publikum bekommt im Stile eines Frontalunterrichts bekannte Stars wie Gerald Hüther, Kate Raworth und andere vorgesetzt und mittlerweile gibt es auch jungen Nachwuchs aus der Fridays for Future Generation. Eine Interaktion unter den Teilnehmern und mit dem Veranstalter, d.h. eine echte Arbeit an der zentralen Frage der Changebewegung, scheint mir aber nicht vorgesehen zu sein. Von daher kann ich auch von Gipfel zu Gipfel keinen erkennbaren Fortschritt in der Change Bewegung feststellen. Auch diese scheint noch in den alten Mustern festzustecken.

      Bei meinem ersten Video vom Summit der Pioneers of Education war mein Eindruck ähnlich. Ich saß wie beim klassischen Frontalunterricht vor meinem Bildschirm und konsumierte die schönen Gedanken von Prof. Weinberg, den ich bereits auf dem Vision Summit von Peter Spiegel und auf dem Entrepreneurship Summit von Prof. Faltin erleben konnte.

      Was mich etwas irritiert, ist dass ich viel über das Design Thinking gehört habe, dass ich es aber nicht erleben konnte. Ist das nicht genau der Brockhaus Stil, den wir abschaffen wollen?

      Von daher frage ich mich, ob wir nicht selber im Gordischen Knoten verfangen sind und dessen Auflösung nur halbherzig verfolgen. Wir hätten doch jetzt die Freiheit den Teilnehmern virtuelle Design Thinking Labore zur Verfügung zu stellen und so die geforderte Teamarbeit zu ermöglichen. Damit meine ich nicht die Verfassung eines Kommentars, einen kurzen Redebeitrag in einem Workshop oder die 15 Minuten, die man in einer Break Out Sessions zur Verfügung hat, in denen keiner weiß, was zu tun ist.

      Ich schau gleich mal beim ersten Praxislabor vorbei, vielleicht ist ja dann der Kommentar schon überholt.

      • Verena nitschke

        Hallo Franz,
        was du beschreibst schwingt auch in mir, obgleich ich nie Lehrerin in 1 schule war. für mich ergeben sich folgende fragen als Ergänzung zu deinen: ich bin 74 + lebe mit 12 menschen auf 1 hof, keine Gemeinschaft, sondern miet-situation. jetzt ziehen 6 „Junge“ hier ein, so zwischen 19+25. sie wollen alle wirken in einem 1 Hektar grossen Gelände, Gemüse anbauen, in der Jurte wohnen, schreinern, singen+trommeln, etcetc.ich als alte Einzelgängerin in Gruppen verstehe zwar den Netzwerk-gedanken gut, doch interessiert mich psychologisch mehr wie es jedem darin geht, wie jeder fühlt, was jeder meint zum aetzwerken in 1 gemeinsamen arbeitsfeld jenseits von digitalen Vorgängen. ich glaub es ist vor allem das eigene Fühlen jeweils, das mich hindert oder weitertreibt. diese sogenannte „seelische“ ebene erscheint meist nicht im Vordergrund.vielleicht liegt dort 1 gordischer knoten?

        greetings

  • Klein

    Freiheit zum Ausprobieren gab es immer schon im Bildungssystem. Es braucht dazu aber auch mutige Menschen, die Ideen haben und sich trauen, sie umzusetzen. Ein Blick in die Geschichte der Pädagogik liefert viele Beispiele dafür. Vielleicht ist das Beamtentum aber ein Hindernis. Es braucht m.E. so etwas wie unternehmerisches Denken. Wer aber unternehmerisch denkt, der geht meist nicht in die Schule.

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