Pioneers of Education

online Bildungsgipfel/21

19.-26. März

Mit der Kraft des Wir die Zukunft unseres Bildungssystems gestalten.

Prof. Dr. Gerald Hüther

Neurobiologe, Gründer der Akademie für Potentialentfaltung
Prof. Dr. Gerald Hüther
Interview mit Gerald Hüther
Trailer
AUDIO - Interview mit Gerald Hüther

Es dürfte kein einziges Kind die Schule verlassen und seine ihm angeborene Freude am Lernen verloren haben

Prof. Dr. Gerald Hüther ist ein deutscher Neurobiologe und Gründer der Akademie für Potentialentfaltung. In seiner Forschungstätigkeit und als Autor zahlreicher Publikationen setzt er sich mit Hirnentwicklung und Kognition auseinander und für eine neue Kultur des Lernens ein. Er war Mitbegründer der Initiative Schule im Aufbruch und hat in vielen Beiträgen auf Kongressen und an Schulen zur Verbreitung der Ergebnisse der Hirnforschung im Bildungskontext gesorgt. In seinen Büchern und Vorträgen erläutert er die Ergebnisse der Hirnforschung und ihre Bedeutung für das tägliche Leben, zum Beispiel in Hinsicht auf Lernen, Gefühle und Demenz.

Passend zu seinem neuen Buch “Lieblosigkeit macht krank hat er außerdem eine Initiative gegründet, namens liebevoll.jetzt, die zu einem liebevolleren Umgang mit sich selbst einläd. Eines seiner neusten Bücher heißt Wege aus der Angst mit dem Untertitel, über die Kunst die Unvorhersehbarkeit des Lebens anzunehmen. Beim Versuch mehr über die Corona-Krise zu verstehen, ist er auf die Angst als den dafür entscheidenden Schlüssel gestoßen. Damit meint er allerdings nicht unbedingt die Angst vor dem Virus, sondern die durch die Vorstellung der von ihm ausgehenden Gefahr ausgelöste Angst. Im Interview spricht er darüber, dass das Leben nicht dazu da ist, dass man es aushält und über die Wichtigkeit des Vertrauens.

31 Kommentare

  • Andrea

    Beim Zuhören kam mir das Buch von A. Gruen -Die Entfremdung des Selbst- in den Sinn. Er geht auf anderen Wegen den Gedankenspuren nach, was mit uns passiert, wenn die „Erfahrung von Unterdrückung und Ablehnung“ passiert, wenn wir unsere eigene Sicht , unsere Empfindungen und unsere Empathie verlieren und dabei „entfremden“. Es gilt den Kompass des Herzens wieder zu finden und sich zu trauen. Mutig sein – auf dem Ozean des Lebens.
    Danke für die Inspiration !!!

  • Andreas Böhm

    Mo., 29.03.21 Feedback – Rückmeldung zum Bildungsgipfel

    Das Interview mit Gerald Hüther hat mich am stärksten berührt – weil mir persönlich endlich bewusst geworden ist, was mich bisher mein ganzes Leben lang „gehemmt“ hat – das „diffuse“ Gefühl, dass mir etwas fehlt – dass ich „un-vollkommen“ bin …
    Die dabei gewonnenen Erkenntnisse waren wie eine Art „Erleuchtung“ für mich …,
    dass nämlich meine Grund-Bedürfnisse und -Gefühle permanent von frühester Kindheit an unterdrückt wurden …
    – durch die „üblen“ Erziehungsmethoden eines dominanten sadistischen Alt-Nazi-Vater und einer sehr sexualfeindlichen religiösen Mutter
    – und danach durch eine Schulzeit, die mich ebenfalls als passives und funktionierendes „Objekt“ gesehen und benutzt hat.
    Mir ist jetzt erst bewusst geworden, dass ich meine Grund-Bedürfnisse und -Gefühle so intensiv (und lange) unterdrückt habe (unterdrücken musste), bis ich von ihrer Existenz gar nichts mehr wusste, weil sie ganz tief im Unterbewusstsein „verschüttet“ wurden.

    Und das, obwohl ich mich mein ganzes Leben lang mit Psychologie und den Ursachen von Faschismus auseinandergesetzt habe
    – seit meiner Zeit als Kriegsdienstverweigerer 1974 (damals noch vor einem Art „Gericht“, das über meine Glaubwürdigkeit „urteilen“ sollte)
    – als Freiwilliger bei einem 1,5-jährigen Friedensdienst (davon 4 Wochen als Vorbereitung in Auschwitz) in Israel mit „ASF – Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste“ (übrigens als „Pioneer“ und Mitbegründer von Neve Shalom – dem heute größten Friedensprojekt in Israel), bei dem ich sowohl Okt. 1974 im Archiv von Auschwitz/ Polen (u.a. Thema „IG Farben“) als auch Anfang 1976 im Archiv von Yad Vashem/ Jerusalem (eine mehrwöchige) selbst-bestimmte Arbeit zu den Ursachen des Faschismus (frustrierte, „gestörte“, leidende und nach einem „Erlöser“ suchende Menschen – als „breite Masse“) geschrieben habe
    – als Lehramts-Student in Düsseldorf – vor allem mit meiner 1.Staatsexamensarbeit 1981 zum selbstgewählten Thema „Das Lehrerbild bei Carl Rogers“ – auf der Grundlage seines wichtigsten Buches „Lernen in Freiheit“ (Rogers ist der Begründer der „Humanistischen Psychologie“ – der „Dritten Kraft“ – der bedeutendsten Psychologie-Richtung neben Psychoanalyse und Behaviorismus – den ich dann 1981 bei einem einwöchigen „Encounter“-Seminar in Königswinter persönlich kennenlernen durfte)
    – als Lehrer im Schuldienst (seit 36 Jahren), in der ich die von C. Rogers postulierten vier förderlichsten Grund-Haltungen des Lehrers in der Beziehung zum Kind (1.Echtheit, 2.Einfühlendes Verständnis 3.Bedingungslose Wertschätzung/ Akzeptanz 4.Vertrauen), die die „Befreiung“ des Kindes – die Freisetzung seiner natürlichen Grund-Gefühle und -Grund-Bedürfnisse – und damit seiner angeborenen natürlichen positiven „Selbstverwirklichungs-Tendenz“ – erst ermöglichen, versucht habe im Schulalltag umzusetzen und zu realisieren (was aber – wie sich jeder denken kann – in der Regelschule nahezu unmöglich war/ ist – wobei es mir aber meist gelang, das auf Klassenarbeits- und Noten-“Gläubigkeit“ und Selektion beruhende System Schule zu „unterwandern“, indem ich die Kinder immer – im Einklang mit den 4 Grund-Haltungen von Rogers – als „Subjekte“ gesehen und mich immer bemüht habe, so viel Selbst-Bestimmung und Freiheit – und damit so viele Gefühle und Bedürfnisse – wie möglich bei den Lernprozessen der Kinder zu realisieren, was mir stets alle Kinder herzlichst gedankt haben – und bis heute danken. (Kürzlich erhielt ich von einem ehemaligen inzwischen 16-jährigen Schüler, der das Gymnasium wechseln musste wegen schlechter Leistungen und frechem, „renitentem“ Verhalten, eine Sprachnachricht, ich wäre von allen Lehrern mit großem Abstand der beste – ein absoluter „Weltklasse“-Lehrer -, weil ich für alle immer ein „Freund“ gewesen bin, mit dem man „über alles reden“ und auch viel Spaß haben konnte! Dieses herzliche, überschwängliche Lob hat mich sehr, sehr berührt !!!)

    Ich habe übrigens so viele und sehr ausführliche (was mir fast schon peinlich war) Kommentare zu dem Hüther-Interview (Freitag, 19.03.) geschrieben (obwohl ich wusste, dass diese vermutlich kaum jemand liest) – weil ich beim (Lern-)Prozess des Schreibens die Gefühle der Unterdrückung und das latente Gefühl meiner „Unvollkommenheit“ intensiv nachempfinden konnte – als eine Art „Katharsis“ – und ich durch den Schreibprozess vor allem auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge besser analysieren und verstehen konnte (mein Vater ist ja nicht als „Nazi“ geboren worden – und meine Mutter nicht als sehr gläubige, extrem sexualfeindliche Katholikin).
    Mein Fazit: Der „Bildungsgipfel“ hat mir vor allem geholfen, endlich (!) eines der größten „Rätsel“ / „Geheimnisse“ meiner Biografie zu entschlüsseln – dafür bin ich euch – und Gerald Hüther – sehr dankbar !!!
    Natürlich habe ich von euch auch sehr viele Anregungen erhalten, was ich zur Transformation der Schule und der Gesellschaft weiterhin beitragen kann, damit jedes Kind und jeder Erwachsene in seiner Persönlichkeit als „Subjekt“ gestärkt wird (ich war übrigens schon vor Jahren mit Margret Rasfeld im Mail-Kontakt und hatte geplant, zusammen mit Ali Dörner SiA für GS in Düsseldorf anzustoßen).

    Letztlich geht es immer darum, die hierarchischen Unterdrückungs-Mechanismen der letzten Jahrtausende (Astrid Lindgren sagte in ihrer Dankesrede „Niemals Gewalt“ (bei der Verleihung des Friedenspreises des dt. Buchhandels 1978): „Schon im Alten Testament heißt es: ´Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben!´“). Die patriarchalische Unterdrückung der Kinder (und Frauen) muss (und wird) für immer und ewig aus der Menschheitsgeschichte verschwinden. Entscheidend ist, dass Kinder selbst-bewusst und selbst-bestimmt in Freiheit – im Einklang mit ihren natürlichen Grund-Bedürfnissen und Grund-Gefühlen und ihrer angeborenen Selbst-Verwirklichungs-Tendenz“ (s. Carl Rogers) – aufwachsen (dürfen). Die „gesunde Seele“ des Kindes ist die Basis der „gesunden Psyche“ des Erwachsenen – der erst dadurch befähigt wird, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und seine Mitmenschen („in Nah und Fern“) – für die Natur und alle Lebewesen – für die Umwelt und das Klima – und für den Schutz der Lebensgrundlagen der Menschheit auf unseren ein-maligen und einzig-artigen Planeten Erde !!!

  • Andreas Böhm

    Offenheit, Echtheit (Kongruenz), Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen sind die wichtigsten Voraussetzungen auch für eine gesellschaftliche Transformation:
    Indem wir unsere „verschütteten“ Grund-Bedürfnisse /-Gefühle wiederentdecken – und als Mensch wieder „voll-kommen“ und „ganz-heitlich“ werden – und im Einklang mit unserer inneren Natur – unserer angeborenen „Selbstverwirklichungs-Tendenz“ – agieren …
    werden wir frei – „befreit“ …
    – von materiellen „Ersatz-Befriedigungen“ (diese also nicht mehr benötigen) …
    – von ideologischen Feindbilder bzw. von dem Hass auf alles Fremde oder „Un-Normale“ …
    – von der Gier nach Haben und Besitz, Erfolg und Macht (und somit diese Sucht entlarven können als den falschen Weg auf der Suche nach Anerkennung und Liebe, Zufriedenheit und Glück) …
    Wir werden damit frei für echtes (von Herzen kommendes) sozial-verantwortliches Handeln …
    – und somit innerlich frei und sensibilisiert für die Mitgestaltung einer Gesellschaft, in der die Werte „Menschenrechte“, „Demokratie“, „Frieden“, „Freiheit“, „Gerechtigkeit“, „Toleranz“, „Diversität“ – und nicht zuletzt „Verantwortungs-Gefühl und -Bereitschaft“ – an oberster Stelle stehen
    – und somit letztendlich frei für die Schaffung einer nachhaltigeren, gerechteren, friedlicheren Welt – für uns und für die nachkommenden Generationen !!!

    Für mich persönlich war/ ist das tägliche „Autogene Training“ sehr wichtig, um meine „verschütteten“ Grund-Bedürfnisse und -Gefühle wiederzufinden.
    Ich habe eigenständig folgende „Formeln“ („Auto-Suggestionen“), die ich täglich wiederhole, über Jahre hinweg – immer wieder durch regelmäßige spontane Gefühlsregungen – gefunden („entdeckt“) – und immer wieder verifiziert – mit dem Wissen, dass sich nur durch regelmäßige Wiederholungen (und nicht durch einmalige Erkenntnisse) das Unterbewusstsein – und damit auch meine Gewohnheiten – also gewohnte Handlungsabläufe – verändern lassen!
    Ich mache sie jetzt zum ersten Mal öffentlich und anderen zugänglich, weil ich glaube und hoffe, dass auch andere davon profitieren könnten:

    Autogenes Training – Mein / Dein persönlicher Weg zu größerer innerer Freiheit und mehr Selbst-Liebe:

    Ich bin Ich! Ich bin so wie ich bin! – Du bist Du! Du bist so wie Du bist!
    Ich muss (und will) nicht perfekt sein! – Du musst nicht perfekt sein!
    Ich akzeptiere und liebe mich so wie ich bin! – Du akzeptierst und liebst dich so wie Du bist!

    Ich bin / Du bist ein-malig – und einzig-artig! – Jeder Mensch ist ein-malig – und einzig-artig!
    Ich bin / Du bist ein „Wunder der Natur“! – Jedes Lebewesen ist ein „Wunder der Natur“!
    Alle Menschen sind verschieden – verschieden-artig!
    Und doch sind alle gleich – gleich-wertig – gleich viel wert !!!

    (( Anmerkungen dazu von mir:
    Das gilt natürlich für alle Menschen – auch für Menschen aus anderen Kulturen oder mit einer Behinderung!
    In Zeiten der Einsicht in die Notwendigkeit von „Inklusion“ ist es nicht mehr möglich, Menschen miteinander – bewertend – zu vergleichen!
    Und das gilt auch für Menschen aus/ mit anderen Kulturen/ Religionen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten!

    Insbesondere Heranwachsende dürfen wir nicht mehr – bewertend – miteinander vergleichen!
    In einer neuen Zeit des Wandels werden die Schulen und Lehrer:innen jedes Kind als Individuum sehen (und vor allem auch danach handeln !) …
    – unterschiedlich in seinen Gefühlen, Neigungen und Interessen,
    – unterschiedlich in seinen Vorerfahrungen
    – unterschiedlich in seinem Lern-Wissens-Könnens-Stand
    – unterschiedlich in seinen Fertigkeiten und Fähigkeiten,
    – unterschiedlich in seinem Lern-Tempo …
    – aber gleich in seinen Grund-Bedürfnissen – vor allem nach bedingungsloser Wertschätzung, Liebe und Respekt …
    – und nach der Freiheit, sich im Einklang mit seinen Grund-Gefühlen als „Subjekt“ entfalten zu können/ dürfen …
    – also nach der Freiheit, die eigene angeborene Selbstverwirklichungs-Tendenz zu leben !!! ))

    Ich brauche / Du brauchst keine Vor-Bilder! – Ich suche / Du suchst keine Ideal-Bilder!
    Ich bin / Du bist wert-voll – liebens-wert – begehrens-wert!

    Je mehr ich meiner selbst bewusst werde – meinem Körper, diesem Wunder der Natur …
    – meinen natürlichen Grund-Bedürfnissen und -Gefühlen und meiner angeborenen Selbstverwirklichungs-Tendenz
    – je mehr ich mir also meiner inneren Natur bewusst werde
    – desto selbst-bewusster werde ich – desto mehr Selbst-Bewusstsein entwickle ich …
    – desto mehr Selbst-Wert-Gefühl – Selbst-Akzeptanz – Selbst-Liebe entwickele ich …
    – desto mehr Selbst-Sicherheit und Selbst-Vertrauen (in meine weitere Entwicklung) spüre ich …
    – desto mehr entwöhne ich das Belohnungs-System meines Körpers von einseitigen sucht-artigen Reizen …
    – desto lern-fähiger wird das Belohnungssystem, sich von Zwängen und Süchten zu befreien …
    – und desto lern-fähiger wird es, sich auch für andere, ganz neue Reize und neue ungewohnte Situationen zu öffnen …
    die zur Ausschüttung von Glückshormonen führen …
    – vor allem auch in Verbindung mit einem Leben – und Lernen(!) – in Freiheit und Selbst-Bestimmung …
    – und damit in Verbindung mit vielen kleinen, dafür aber regelmäßigen Erfolgs-Erlebnissen …
    – und damit verbunden mit vielen kleineren, dafür aber regelmäßigen Ausschüttungen von Glückshormonen …
    – die ein ganz tiefes konstantes Gefühl des „inneren Friedes“, der „inneren Zufriedenheit“ und des „Glücks“ erzeugen …
    – und Gefühle der „Stärke“, des „Stolzes“ und der „Würde“ zur Grundlage des eigenen Lebens und Handelns machen !!!

  • Andreas Böhm

    Ich habe in meinem letzten Kommentar auch deswegen versucht eine grundlegende Theorie darzulegen, damit wir das Wesentliche nie aus den Augen verlieren.
    Ein Beispiel: Falls ein Lehrer in der 1.Stunde mit den Kindern ein Achtsamkeits-Taining durchführt und danach in der 2.Stunde wieder seinen „normalen“ Frontalunterricht durchzieht, dann ist das letztlich nicht zielführend (oder – wie Otto schreibt – „die Suche nach Freiheit in einer Gefängniszelle“ :-).

    Und sehr wichtig ist auch immer die Bewusstheit der folgenden Zusammenhänge:
    Wenn meine Erkenntnis-Theorie „wahr“ ist, dann müssten wir – wegen der Unterdrückung unsere Grund-Bedürfnisse und -Gefühle und deren permanenten „totalen Verdrängung“ („Auslöschung“) – im Alltag eigentlich ein latent-vorhandenes diffuses Mangel-Gefühl der Unzufriedenheit haben und unglücklich sein – und in der Begegnung mit anderen Menschen dies auch zeigen.

    Da unsere Gesellschaft mit einem neoliberalen Wirtschaftssystem und die daran gekoppelte Werbe-Industrie uns aber permanent (vor allem bildlich) eine „Glitzerwelt“ präsentiert, in der alle schön, reich, erfolgreich, mächtig sind – und anscheinend auch sehr zufrieden und glücklich – streben natürlich auch die „Normalbürger“ danach – und wollen also auch Teil dieser Welt sein – ebenfalls dazugehören – um möglichst viel Anerkennung und Liebe zu bekommen.
    Die Werbe-Industrie gaukelt ihnen nun vor, dass sie diese Ziele auch erreichen können (wenn sie sich nur genügend anstrengen) – also auch Teil dieser „wunderschönen“ Welt – und dieser „glücklichen“ Menschen – werden können. Sie müssen nur erfolgreich sein und viel Geld verdienen – um dies ausgeben zu können. Sobald sie viel Geld verdienen (oder auf anderen Wegen bekommen), kaufen und konsumieren sie „auf Teufel komm raus“ – sie wollen unbedingt auch in einer Luxus-Villa leben, ein tolles (und teures) Auto fahren – und ihren Urlaub in einem prestigeträchtigen Ferienort verbringen.
    Da viele Menschen das nicht erreichen (können), versuchen sie es eben eine Nummer kleiner – z.B. mit einer Doppelhaushälfte und einem schönen, aber nicht ganz so teuren Auto. Oder sie kaufen sich (sehr) teure Kleidung, die sie anderen noch besser präsentieren können als z.B. ihre teuren Möbel zuhause.
    Oder sie versuchen eben in ihrem Beruf erfolgreich zu sein, um noch mehr Geld zu verdienen. Wer das auch nicht schafft, kann ja dann ein „Motivations-Training“ bzw. ein „Selbst-Optimierungs-Training“ machen – oder er/ sie versucht es mit Glücksspielen oder mit Aktien oder mit irgendwelchen anderen Kursen, Videos, Büchern (z.B. „Der Weg zum Millionär in 10 Tagen“) – oder aber mit illegalen, kriminellen Machenschaften.

    Allerdings haben alle diese Menschen eines gemeinsam: Sobald sie das Wunschobjekt „haben“ und besitzen, sind sie nur kurzfristig zufrieden und glücklich – auch weil ihnen die Werbeindustrie permanent suggeriert, dass sie „noch mehr haben“ müssen – die noch bessere Küche und das noch modernere Wohnzimmer – um noch glücklicher zu werden. Und so werden sie verführt – auch durch Neid – „immer noch mehr haben“ zu wollen. Sie glauben den Versprechen der Werbeindustrie, dass sie sich einfach nur noch mehr anstrengen und ihr Leben noch mehr optimieren müssen, damit sie endlich richtig glücklich werden – und kaufen sich eben ein neues, noch teureres Haus oder ein neues, noch besseres Auto (oft verbunden mit zunehmender Verschuldung). Oder sie ersetzen immer wieder – in immer kürzeren Abständen – die „alte“ Kleidung durch neue. Oder sie machen einen weiteren „Optimierungskurs“, um auch beruflich weiter aufzusteigen und Karriere zu machen, um noch mehr Ansehen/ Prestige zu bekommen und noch mehr Geld zu verdienen.

    Selbst bereits die Kinder und Jugendlichen werden mehr oder weniger „gezwungen“, dieses Spiel mitzuspielen, um in der Gruppe der Gleichaltrigen „dazuzugehören“. Um besonders „cool“ zu sein, müssen sie vor allem gut und „cool“ aussehen, sportlich durchtrainiert und immer gut gestylt sein (bezogen auf Frisur, Schmuck, Klamotten) – und auch immer die neuesten High-Tech-Armbanduhren, Playstation, Videospiele, Bikes oder Scooter „haben“ – um sie anderen stolz präsentieren zu können. Oder sie müssen im Sportbereich oder bei virtuellen Spielen oder eben in anderen Bereichen erfolgreich sein (was sich ja ebenfalls „wunderbar“ vermarkten lässt, um Profite zu erzielen).

    Aber auch ihnen wird bald bewusst, dass sie nicht das bekommen, was sie sich so sehr wünschen – wonach sie sich so sehr sehnen: Aufmerksamkeit und Anerkennung! Im Gegenteil: Entweder „ernten“ sie oft nur Ablehnung oder Spott („wie uncool“) – oder auch (nicht offen gezeigten) Neid.
    Und da ihre noch größere Anstrengung nach Optimierung (noch besser – noch moderner – noch teurer) nicht zum gewünschten Ziel der höchsten – optimierten – Anerkennung und Liebe führt, bleiben sie weiterhin – durch das Gefühl der „inneren Leere“- unzufrieden und unglücklich.
    Und damit taucht ein weiteres großes Problem auf:
    Sie dürfen dieses Gefühl der eigenen Unzufriedenheit keineswegs vor anderen zeigen – oder zugeben, weil sie ja dann nicht mehr Teil der „Glitzerwelt“ wären, in der ja alle anscheinend so glücklich sind. Damit verbunden wäre die große Angst, zum „Außenseiter“ zu werden – und dann überhaupt keine Anerkennung und Wertschätzung mehr von Gleichaltrigen zu bekommen.
    Und so sind sie „gezwungen“, dieses Gefühl der permanenten Unzufriedenheit vor anderen zu verbergen – und zu unterdrücken.

    Letztlich spielt (fast) jeder in unserer Gesellschaft (ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener) dem anderen nur etwas vor (banales Beispiel: Auf die Frage „Wie geht’s?“ antwortet „man“ automatisch mit „Gut!“).
    Solange sich also (fast) jeder Mensch hinter einer „Maske“ verbirgt und seine Unzufriedenheit und „innere Leere“ nicht zeigt, glauben alle, die anderen wären glücklich – nur man selber eben nicht!

    Und genau das ist es, was ein „kritisches Überdenken“ unseres Wirtschaftssystems – und eine positive Transformation unserer Gesellschaft verhindert!
    Solange (fast) alle Menschen so tun, als wären sie „super-mega“ zufrieden und glücklich, wird sich kaum etwas verändern.
    Von den Regierenden können wir das am wenigsten erwarten, da die Kauf- und Konsum-Sucht der meisten Menschen als der Motor und die Voraussetzung von permanentem Wirtschaftswachstum – und damit von weitgehender Vollbeschäftigung und der Verhinderung von Unruhen oder sogar Aufständen in der Bevölkerung – gesehen wird. Und deswegen haben „die Politiker“, die ja auch wiedergewählt werden wollen, auch kaum Interesse an Veränderungen – auch nicht bezüglich der Lehrer-Kind-Beziehung in den Schulen bzw. der Schule an sich. Und die permanente (in der Öffentlichkeit meist „versteckte“) Unzufriedenheit und das andauernde Gefühl der „inneren Leere“ vieler Menschen und die damit zunehmenden physischen und/oder psychischen Krankheiten sind eben „Kollateralschäden“, die man hinnehmen muss.

    Um auf das Ausgangsproblem zurückzukommen:
    Wir mussten als Heranwachsende infolge einer hierarchischen, „autoritären Er-zieh-ung“, die sich in vielen Bereichen nicht an unseren Grund-Bedürfnissen und Grund-Gefühlen und nur halbherzig (oder gar nicht) an demokratischen Werten und Kinderrechten orientiert hat …
    – sowohl im Elternhaus immer wieder durch „Liebesentzug“ (der ja auch ein Akt „autoritärer Gewalt“ ist)
    – als auch in einer Schule, in der vorgegebene Inhalte und „Lernstoffe“ meist im Frontalunterricht „ver-mitttelt“ wurden (und werden)
    unsere angeborenen natürlichen Grund-Bedürfnisse und -Gefühle permanent unterdrücken,
    sodass diese dann mit der Zeit bewusst gar nicht mehr wahrgenommen werden konnten (und im Unterbwusstsein „verschüttet“ wurden)!

    Bis heute „spüren“ wir diesen permanenten „Mangel“ der „Unvollkommenheit“ und ein „diffuses“ Gefühl der Unzufriedenheit und „inneren Leere“,
    das wir dann als Erwachsene einerseits gesellschaftlich kanalisieren dürfen durch das Gefühl der Macht über Schwächere (z. B. Kinder) – oder/und andererseits
    in dem Gefühl des feindseligen Hasses auf alles Fremde, Andersartige, „Minderwertige“, Un-Gewohnte, Un-Normale, Nicht-Vertraute (bezüglich Herkunft, Kultur, Sprache, Aussehen, Hautfarbe, Religion, …)!
    Vor allem aber „erhalten“ wir gleichzeitig von der Gesellschaft das „Angebot“, durch permanentes Kaufen und Konsumieren und andere „Ersatz-Befriedigungen“ dieses „Mangel-Gefühl“ zu kompensieren (wobei der Kollateralschaden der Zerstörung der Natur und der Lebewesen, der Umwelt und des Klimas – also der Lebensgrundlagen der Menschheit – bisher einfach so hingenommen wurde).

    Und schließlich werden wir dann auch noch „gezwungen“ („George Orwell und Aldous Huxley lassen grüßen!“), unsere „negativen“ Gefühle in dieser unserer „ach so positiven Glitzerwelt“ zu verbergen – also in einer Welt, in der uns versprochen wird, durch permanente „Besitz-Haben-Erfolg-Macht-Optimierung“ nicht nur Anerkennung und Liebe, sondern gleichzeitig auch Zufriedenheit und Glück zu erlangen.
    Wir werden also als Persönlichkeit in der Beziehung zu anderen „gezwungen“ alles, was nicht „normal“ ist – nicht der „Norm“ entspricht – alles was also „un-cool“ und „un-wert“ ist – vor den anderen zu verbergen, um in dieser „Glitzerwelt“ (oberflächliche, kurzzeitige) Anerkennung zu bekommen.
    Und so verstecken wir alle „negativen“ Persönlichkeits-Merkmale – alles „Negative“ der verschiedensten Art:
    – Körper-bezogen: klein, schmächtig, dick, unsportlich, behindert, dunkle Hautfarbe, rote Haarfarbe, …
    – Gefühle-bezogen: Selbst-Zweifel, Minderwertigkeits-Gefühl, Unsicherheit, Verlegenheit, Scham, Ängste, Traurigkeit, Depressionen, LGBTQI+ – Neigungen, …
    – Gehirn-Sprache-bezogen: „geringe“ Intelligenz, „schlechte“ Schul-Leistungen bzw. -Noten und -Zeugnisse, geistige oder sprachliche Behinderungen, …

    Wir (damit meine ich die Mehrheit der Menschen) sind nicht fähig, unsere „Mängel“ offen zu zeigen und diese damit selbst wertzuschätzen …
    – weder das „diffuse“ Gefühl der „Unvollkommenheit“ (durch die ins Unterbewusste verdrängten und damit nicht mehr wahrgenommenen – sozusagen „ausgelöschten“ – Grund-Bedürfnisse und -Gefühle)
    – noch das Gefühl der chronischen Unzufriedenheit (bei dem permanenten Streben nach Besitz und Haben, Erfolg und Macht – wie in einem „Hamsterrad“)
    – noch diejenigen Persönlichkeits-Merkmale, die der Norm nicht entsprechen – also „un-cool“ und „un-wert“ sind
    – noch das Gefühl des Scheiterns bei dem größten aller Ziele: der Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe!

    Damit sind wir nicht in der Lage, uns von unseren „Irrwegen“ zu befreien. Wir sind Gefangene unserer selbst.
    (Aldous Huxley, brit. Schriftsteller schrieb 1932 – also noch vor Beginn der Nazi-Herrschaft:
    „Die perfekte Diktatur wird den Anschein einer Demokratie machen – einem Gefängnis ohne Mauern – in dem die Gefangenen nicht einmal davon träumen auszubrechen. Es ist ein System der Sklaverei – bei dem die Sklaven dank Konsum und Unterhaltung ihre Liebe zur Sklaverei entwickeln.“)

    „Demokratie braucht Persönlichkeits-Bildung! Echte Demokratie braucht emotional erwachsene Menschen!“ (s. das Silke-Weiß-Interview mit Roman Huber):

    Offenheit, Echtheit (Kongruenz), Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine Transformation – indem wir:
    – unsere „verschütteten“ Grund-Bedürfnisse /-Gefühle wiederentdecken – um als Mensch wieder „vollkommen“zu werden und „ganzheitlich“ – „heilsam“ – im Einklang mit unserer inneren Natur agieren
    – damit keine materiellen Ersatz-Befriedigungen mehr benötigen (auch keine ideologischen Feindbilder bzw. den Hass auf alles Fremde oder „Un-Normale“)
    – folglich die Gier nach Haben und Besitz, Erfolg und Macht als den falschen Weg auf der Suche nach Anerkennung und Liebe, Zufriedenheit und Glück entlarven
    – und somit innerlich frei werden für die Mitgestaltung einer Gesellschaft, in der die Werte „Menschenrechte“, „Demokratie“, „Frieden“, „Freiheit“, „Gerechtigkeit“, „Toleranz“, „Diversität“ – und nicht zuletzt „Verantwortungs-Gefühl und -Bereitschaft“ an oberster Stelle stehen
    – und letztlich frei werden für die Schaffung einer nachhaltigeren, gerechteren, friedlicheren Welt – für uns und für die nachkommenden Generationen !!!

  • Sabine Walter

    …habe gerade noch das Ende gehört, was für eine tolle Übung: Sich in die Position des Kindes versetzen, bevor man spricht oder handelt… DANKE

  • Alles hat zwei Seiten: Durch die Umstände in meiner Familie hatte ich das Pech, dass von Anfang an niemand da war, der/die sich über längere Zeit um mich und meine Bedürfnisse gekümmert hätte. Die andere Seite: Ich hatte das Glück, dass niemand da war, der/die mich hätte hätte formen bzw. verbiegen können, so dass ich den jeweiligen Wertekanon verinnerlicht hätte. Solche Umstände bringen große Einsamkeit mit sich, führen aber letztlich zu einer unglaublichen Freiheit. Als ich nach Jahren die Gabe der Freiheit zu verstehen und anzunehmen lernte, hörte ich auf, mich über den Fluch der Einsamkeit zu beschweren. Alles hat seinen Preis. Was bleibt ist Dankbarkeit.

    • Verena

      Hi George, dass du auch hier dabei bist…

      ja, mir gehts da genau wie dir: bin in vielen Fürsorgeheimen verwahrlost aufgewachsen + musste eine menge psychische Erkenntnis entwickeln über meinen Werdegang. doch die erstaunliche Freiheit, die ich durch all diese schweren zeiten in meiner Kindheit gewonnen habe, möchte ich nicht mehr missen.
      grüsse von Verena aus Zist

  • Andreas Böhm

    Ich finde die vielen verschiedenen Ansätze der Aktivisten/ Sympathisanten sehr positiv – aber mache mir gleichzeitig auch etwas Sorgen, dass wir uns bei den vielen verschiedenen zahlreichen positiven Aktionen „verzetteln“ könnten – wenn wir das Wesentliche (vor allem die beiden Grundziele) aus dem Auge verlieren.

    Wir befinden uns ja mehr oder weniger alle in der realen Situation, dass wir groß geworden sind mit einer Erziehung, die uns geprägt hat durch „Werte“ wie (fremdbestimmte) Leistungsbereitschaft, Konkurrenz, Egoismus, Einzelkämpfertum, … – und die uns von unserem „eigenen Selbst“ – von unserer „angeborenen Natürlichkeit“ – entfremdet hat durch die permanente Unterdrückung unserer angeborenen, natürlichen, lebendigen Grund-Bedürfnisse und -Gefühle – bis zu einem Punkt, wo wir diese dann gar nicht mehr wahrgenommen haben – wahrnehmen konnten, weil sie aus dem Bewusstsein „gelöscht“ wurden.

    Die meisten Menschen leben dann mit diesen Defiziten – ohne sie als solche wahrzunehmen – sind aber gleichzeitig unbewusst immer auf der Suche nach „Erlösung“ (und „verirren“ sich bei dieser Suche dann meist in das Ausleben von Ersatz-Befriedigungen und Sucht-Verhalten – in den verschiedensten Variationen und Formen).

    Bisher ist aber leider nur eine Minderheit auf der Suche nach Befreiung von dieser Selbst-Entfremdung. Und nur den wenigstens gelingt es, die Ursachen hierfür zu finden und die verlorengegangen und zutiefst verborgenen Grund-Bedürfnisse und -Gefühle „wiederzuentdecken“.
    Allerdings sind auch die so Erfolgreichen keineswegs sofort „erlöst“, sondern müssen einen langen, mühsamen, zeitaufwändigen Weg gehen, um diese wieder in das eigene Leben nach und nach zu integrieren (z.B. mithilfe der Initiative „liebevoll.jetzt“ von G. Hüther).

    Entscheidend ist doch, dass wir einen grundlegenden Wandel der Gesellschaft benötigen – und vor allem auch unser Wirtschaftssystem, das auf grenzenlosem Wachstum, auf permanentem Konsumieren und Verschwenden und dem Motto „Schneller-Höher-Weiter“ beruht, überdenken und verändern müssen, wenn wir unseren Planeten und damit unsere Lebensgrundlagen bewahren wollen.

    Und dieser Wandel wiederum ist eng verbunden mit der Gesundung der „kranken“ Psyche des Menschen:
    Es geht darum, das wir diese Entfremdung von uns selbst erst gar nicht zulassen dürfen, sondern von Grund auf verhindern müssen, dass die Heranwachsenden von sich selbst entfremdet werden
    – von ihrer eigenen angeborenen Natur (Natürlichkeit)
    – von ihren angeborenen, natürlichen, lebendigen Grund-Bedürfnissen und -Gefühlen
    – von der eigenen natürlichen positiven Selbstverwirklichungs-Tendenz, die sich nur in Freiheit entfalten kann (s. Carl Rogers).

    Das erfordert einen grundlegenden Wandel der „Er-zieh-ung“ im Elternhaus einerseits und in der Schule andererseits.
    Bei diesem Wandel dürfen wir – neben all den förderlichen Trainingsprogrammen (Übungen, Kursen, Techniken, …), die wir unterstützend einsetzen – die beiden wesentlichen grundlegenden Ziele/ Aufgaben nie aus dem Auge verlieren:

    1. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Eltern (und Lehrer°innen) ihre gebende (für Kinder überlebensnotwenige) Liebe nicht mehr an Bedingungen (Bewertungen, Urteile) knüpfen, sondern ihren Kindern „bedingungslose“ Liebe schenken (s. Carl Rogers „Lernen in Freiheit“, München 1974 und meine 1.Staatsexamensarbeit „Das Lehrerbild bei Carl Rogers“, Düsseldorf 1981).
    Erst dann werden die Kinder frei, ihre eigenen Wege zu entdecken und zu gehen. Das bedeutet aber, dass die Eltern lernen, sich von ihren Zielen und Vorstellungen bezogen auf ihr Kind zu lösen – und sich auch von ihren Erwartungen trennen, wie sie sich ihr Kind wünschen.
    Die Eltern werden erkennen, dass das Kind nicht als Objekt benutzt werden darf, um ihre eigenen Wünsche – und eventuell ihre nie realisierten Sehnsüchte – für sie stellvertretend zu erfüllen.
    Die Eltern werden lernen, „loszulassen“ und das grundlegende Vertrauen zu entwickeln, dass die in möglichst großer Freiheit realisierte „Selbst-Verwirklichungs-Tendenz“ des Kindes zu einem äußerst positiven Ergebnis führen wird.

    2. Das oberste Ziel der Schule muss es sein, dass die Kinder beim Lernen nicht permanent ihre Grund-Bedürfnisse und -Gefühle unterdrücken müssen (so lange, bis sie die dadurch entstehenden Defizite gar nicht mehr wahrnehmen können und es für völlig normal und „natürlich“ halten, z. B. stundenlang auf dem eigenen Platz sitzen zu bleiben oder eine für alle thematisch und zeitbezogen gleiche Klassenarbeit zu schreiben – um danach selektiv benotet zu werden), sondern dass die Lernprozesse so organisiert werden müssen, dass die Heranwachsenden in möglichst großer Freiheit und Selbst-Bestimmung ihre Potentiale entfalten können.

    Die Folge ist, dass die Heranwachsenden dann im Gefühl einer tiefen Zufriedenheit über ihr eigenes Können und ihre eigenen zahlreichen (intrinsischen) Erfolgserlebnisse keine Ersatz-Befriedigungen mehr benötigen, um dieses unbewusste Gefühl der „Entfremdung von sich selbst“ zu überdecken und durch (extrinsische) Belohnungen (mit kurzzeitigen Ausschüttungen von Glückshormonen) vergessen zu machen.

    Auf dieser Basis – der Verbundenheit mit den eigenen Grund-Bedürfnissen und -Gefühlen – werden sie dann auch als spätere Erwachsene mit großem Einfühlungsvermögen nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mitmenschen und andere Lebewesen (in Nah und Fern), für die Natur und Umwelt (in Nah und Fern) ein Gefühl der „Verantwortlichkeit“ entwickeln können – und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und Engagement zu zeigen, nach Lösungen für die Probleme unserer Welt zu suchen, eine gerechtere Welt zu schaffen und die Zerstörung unseres „ein-maligen“ und „einzig-artigen“ Planeten Erde und unserer eigenen Lebensgrundlagen aufzuhalten.

  • Andreas Böhm

    Meine folgenden Thesen – verifiziert mithilfe der Erkenntnisse von G. Hüther – und auch durch meine sehr zahlreichen persönlichen Erfahrungen (mit permanent begleitender Reflexion/ Verifikation) im Laufe von 36 Jahren im Schulalltag:

    Ich bin mir inzwischen sehr sicher: Die Unterdrückung der angeborenen, natürlichen, lebendigen Grund-Bedürfnisse und Grund-Gefühle bei den meisten Heranwachsenden durch Eltern, Schule, Gesellschaft (u.a.) in sehr vielen Kulturen ist die entscheidende Ursache für die großen Probleme der Menschheit – und damit für die großen Probleme der von Menschen geprägten und gestalteten Welt.

    Die Heranwachsenden lernen vor allem im Elternhaus und in der Schule (und später als Erwachsene im Beruf) mit der Zeit,
    – nicht nur den Vorgang der Unterdrückung zu verdrängen
    – sondern vor allem die Existenz der eigenen angeborenen Grund-Bedürfnisse und Gefühle an sich zu verdrängen – und ins Unbewusste bzw. Unterbewusste zu verschieben bzw. sie dort so stark zu „vergraben“, dass sie aus dem Bewusstsein verschwunden – von Gehirnstrukturen „entsorgt“ und „gelöscht“ (G. Hüther verwendet den Ausdruck „verwickelt“) sind.

    Damit kann der so sozialisierte Mensch zu einem „funktionalen“ Wesen werden – das bereit und willig ist, wie eine Maschine gefühllos zu handeln und skrupellose Entscheidungen zu treffen (sich also nicht als fühlendes Subjekt von den eigenen Grund-Bedürfnissen und -Gefühlen leiten zu lassen) – und damit immer „auf Kurs zu bleiben“ (für einen „künstlichen“ Weg, der den Menschen fortschreitend und „schleichend“ von sich selbst entfremdet, der aber der Gesellschaft scheinbar Nutzen bringt).
    Damit wird das Individuum zum „Objekt“ der Ziele und Erwartungen anderer – und vor allem einer Gesellschaft, die einen angepassten, „gut funktionierenden“ Heranwachsenden und späteren Erwachsenen als Arbeitskraft und Konsumenten benötigt.

    Ein Mensch, der so als „missbrauchtes Objekt“ funktionieren muss und dabei „leblos“ geworden ist, weil er seine innersten Bedürfnisse und Gefühle, seine innerste Natur – sich also selbst als „Subjekt“ – nicht mehr spürt (nicht mehr spüren kann), wird aber gleichzeitig auch immer unbewusst seine Unvollkommenheit „spüren“ – seine fehlende „Ganzheit“- seine ehemals natürliche, aber verlorene „Einheit“ mit sich selbst.

    Und damit wird er auch immer auf der Suche nach einer Lösung sein – ein „ewig Suchender“ – der als Getriebener „ganz“ und „heil“ werden will – und sich nach „vollkommener Ganzheit“ sehnt – nach Frieden, Zufriedenheit, Glück – nach „Erlösung“.
    Diese unerfüllten Sehnsüchte (verbunden oft mit großer Frustration und teilweise auch Verzweiflung) „benutzt“ wiederum unsere Gesellschaft (die im Hamsterrad gefangen ist des permanenten Strebens nach grenzenlosem wirtschaftlichen Wachstum und Konsum – „legitimiert“ durch die postulierten sozial-wohlwollenden Ziele der Vollbeschäftigung und des Wohlstands für alle),
    ihm viele Möglichkeiten von Ersatzbefriedigungen „anzubieten“ – angefangen von legalen (Essen, Trinken, Rauchen, …) und illegalen Drogen bis hin zu den verschiedensten Arten der von Gier geprägten Süchte (Geltungs- und Macht-Sucht, Besitz- und „Immer-mehr-Haben“-Sucht, Kauf- und Konsum-Sucht, …) – , sodass der von „sich selbst entfremdete Getriebene“ nun vollends zum Objekt der Ziele und Interessen anderer gemacht – und folglich als Objekt auch missbraucht – wird.

    Inzwischen bin ich mir ganz sicher, dass der so rastlos „Getriebene“ erst dann Erlösung und Frieden mit sich selbst finden wird, wenn er erkennt, dass er nicht „außerhalb von sich selbst“ – sondern vor allem „in sich selbst“ danach suchen muss.
    Erst wenn er durch Selbst-Erkenntnis die Ursachen seiner Probleme – auch für sein permanentes (recht zielloses, nie wirklich das „erlösende“ Ziel erreichende) „Getriebensein“ – findet …
    – und sich der Entfremdung von sich selbst (von seiner innersten Natur) bewusst wird – vor allem durch die Unterdrückung seiner Grund-Bedürfnisse und -Gefühle vor allem in der Kindheit durch andere (und mit der Zeit dann auch später durch sich selbst) …
    – und deren totale Verdrängung ins Unbewusste bis hin zu deren teilweise kompletten „Auslöschung“ …
    – erst dann kann er sich auf den Weg machen, seine zutiefst verschütteten und verborgenen und scheinbar verloren gegangenen Grund-Bedürfnisse und -Gefühle wieder ins Bewusstsein zurück zu holen – und sie wieder so (wie ehemals als Kleinkind) zu spüren!
    Nur so kann er die eigene „Entfremdung von sich selbst“ beenden, wieder zu sich selbst finden – und Frieden mit sich selbst schließen …
    – was die besten Voraussetzungen sind, um zusammen mit anderen nach konstruktiven Lösungen für die verschiedensten gesellschaftlichen Probleme zu suchen – und zu finden.

    Allerdings ist dieser Weg keineswegs kurz oder einfach – sondern erfordert vor allem große Beharrlichkeit und viel Ausdauer. Aber es lohnt sich! Und es gibt eine Lösung (wie ich selbst erfahren durfte)!
    Vor allem ist es aber auch unendlich wichtig, diesen Weg (der nichts mit falsch verstandener „Esoterik“ zu tun hat) zu gehen – weil es um nichts weniger geht als um das Überleben der Menschheit.

  • DANKE, für diesen wunderbaren Vortrag!
    Ich habe sehr viel mitnehmen können, was ich auch gerne mit meiner Gemeinschaft teilen werde.

    Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig Selbstfürsorge, Selbstliebe und Authentizität sind. „In seine Kraft kommen“, „Entdeckerfreude“, „Gestaltungslust“ und letzendlich „Empathie“ sind Begriffe, die wir täglich in unser Bewusstsein rufen und danach unser Denken, Fühlen und Handeln ausrichten sollten.
    Auch das Thema „Bindung“ wird hierbei angeschnitten, hierzu fällt mir der Satz ein: „Wir lernen von denen die wir lieben“, diese Tatsache bestätigt Herr Hüther mit seinen Aussagen.

    Wie wunderbar, dass Herr Hüther auch auf die Auswirkungen der „Corona-Maßnahmen“ auf die Psyche unserer Kinder eingegangen ist. Leider werden die Auswirkungen diesbezüglich komplett unterschätzt und teilweise auch heruntergespielt. Herr Hüther hat es verstanden, für Jedermann nachvollziehbar zu erklären, warum es diese schlimmen Auswirklungen für unsere Kinder hat und wiewir sie dabei unterstützen können heil durch diese schwierige Zeit zu kommen. Ich werde seine Tipps gerne weitergeben!

  • Andreas Böhm

    Lieber Gerald,
    ganz herzlichen Dank für die Weitergabe deiner entscheidend wichtigen Erkenntnisse.
    Du hast mir als Hirnforscher die Augen geöffnet – durch dich habe ich das entscheidend wichtige Puzzle-Teil gefunden , nach dem ich immer gesucht habe: Die Erkenntnis, dass wir deswegen nichts gegen die Unterdrückung unserer Grund-Bedürfnisse und -Gefühle unternehmen – und uns nicht dagegen wehren – weil unsere Hirnstrukturen sie unter einem „dicken Panzer“ sozusagen „vernichtet“ haben.

    Ich versuche seit Jahrzehnten im Schulalltag den Heranwachsenden mit möglichst großer Empathie zu begegnen – ihre Grund-Bedürfnisse und -Gefühle wahrzunehmen und möglichst viele Freiheiten im Schulalltag zuzulassen (wobei man in der gegenwärtigen Realität natürlich schnell an die eigenen Grenzen kommt).

    Ich bin mir dabei immer sicherer geworden, dass meine folgende These der Wahrheit entspricht:
    Je mehr die Grund-Bedürfnisse und Grund-Gefühle der Heranwachsenden unterdrückt oder gar mit Gewalt bekämpft werden (wie es in meiner Kindheit der Fall war), desto „verkorkster“, „kranker“ und „gestörter“ werden sie dann später als Erwachsene (wobei diese wiederum dann immer geschickter darin werden, ihre „Störungen“ vor anderen zu verbergen) – oder sie sind ständig auf der Suche nach Ersatzbefriedigungen – und entwickeln dabei sogar Suchtverhalten: die Gier nach Anhäufung von Macht und Einfluss, nach Reichtum und Besitz – nach „Haben“ statt „Sein“. Erschreckend ist, dass dieses Verhalten sogar von einer Gesellschaft mit der wirtschaftlichen Maxime „grenzenloses Wachstum durch grenzenlosen Konsum“ sogar erwünscht ist.
    Aber wir sind jetzt an einem Wendepunkt: Langsam begreifen wir, dass wir mit diesem Verhalten des permanenten Wegwerfens und Neukaufens, der Ausbeutung der Ressourcen der Erde, der Ausbeutung anderer Menschen und Völker, der Zerstörung der Natur und des Klimas, … vor allem auch unsere eigenen Lebensgrundlagen vernichten.

    Ich durfte 1981 im Rahmen meiner 1.Staatsexamensarbeit zum Thema „Das Lehrerbild bei Carl Rogers“ – vor allem auf der Grundlage seines Buches „Lernen in Freiheit“ Carl Rogers (Begründer der „Humanistischen Psychologie“ – der 3. Kraft neben der „Psychoanalyse“ und des „Behaviorismus“ -, US-Psychotherapeut sowie Begründer des „non-direktiven Beratungsgespräches) bei einem einwöchigen Seminar in Königswinter persönlich kennenlernen.

    Aber erst durch dich habe ich das alles entscheidende „Puzzle-Teil“ gefunden (s.o.)!
    Herzlichen Dank dafür !!!

  • Svenja Wissmann

    Vielen Dank für den Vortrag. Es ist wirklich so wichtig, dass Kinder die Lernfreude behalten. Gerade im Distanzunterricht habe ich sehr viel erlebt dass es Lehrkräften nur noch um das irgendwie vermitteln des Lernstoffes geht statt zu schauen, wie wir die Kinder zum „natürlichen“ Lernen anregen können und auch den Eltern Tipps für diesen Weg geben können, denn diese befürchten schon in der Grundschule, dass ihre Kinder den Abschluss nicht schaffen und schaffen dadurch häufig kein lernforderliches Klima. Ich hoffe, dass was Sie mit uns geteilt haben, erreicht immer mehr Menschen und irgendwann nso hoffentlich auch die Kultusministerien. Danke.

  • Elke Glaser

    Vielen Dank für diesen Vortrag, er spricht mir aus der Seele. Ich wünsche mir, dass diesen Vortrag viele Kollegen hören. Danke, ich verstehe jetzt, dass ich keine Macke habe, sondern nur andere Schwerpunkte und ich liebe Bäume. Jeder ist anders.

  • Danke für diesen wertvollen Imput. Das müsste jeder Mensch hören können. Kann man das Interview teilen?

    • Katharina

      Input natürlich – Schreibfehler

  • Marc

    Vielen Dank,

    das Bild des angebundenen und zurechtgestutzten Spalierobst als „erzogen“ wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben.
    Wir machen uns gerade – von Corona deutlich beschleunigt – auf den Weg… Mal sehen wohin dieser uns führt. Und eine solche Eigendynamik entstehen zu lassen, dass wirklich auch Kultusministerien nicht mehr bremsen können.

  • Helen

    Ja, wichtig sind praktische Fächer, in denen die Schüler in der Schule gestalten, kreativ, eigene Ideen umsetzen. Ideen eigenständig lösen, Frust aushalten und durch „das 4-Zimmer-Haus“ wandern und den eigenen Erfolg genießen und erleben können. Einladen, inspirieren und ermutigen. Danke für das tolle Interview.

  • Sonja Petersen

    Wow. Was für ein wunderbares Video. Vieles spricht mir so aus dem Herzen. Danke für die Bilder und Erklärungen. Ich würde es am liebsten an alle Lehrer schicken. Ohne Schuldzuweisung – aus dem Herzen.
    Viele sind so gefangen. Ich wünsche mir so sehr, dass sich immer mehr Menschen auf dem Weg zu sich selbst machen und wir gemeinsam die Zukunft gestalten. 🙂
    Vielen Dank 🙂

  • Gabi

    Auch ich bin unbeschreiblich berührt. Vielen Dank von Herzen! DAS sind die Botschaften, die überall gehört werden – und jetzt sage ich – müssen. – Wie schaffen wir das noch stärker, lieber Gerald Hüther, liebe alle? So viele wissen bereits um diese „Herzensbotschaften“. Die Teilnehmerzahlen zeigen es.
    Gegen Ende meiner Berufstätigkeit angekommen, habe ich Grund zur Hoffnung, dass diese neue Lernkultur sich weiter entfaltet. Es ist höchste Zeit! Viel Kraft für alle, die an diesem Prozess mitarbeiten.

  • Ilona

    Herzlichen Dank für diese wunderbare Interview. Immer wieder sehr beindruckend wie Herr Hüther sehr ausführlich und inspirierend Fakten aufweist. Kinder sind sehr kreativ wenn man sie in Ihren Fantasien und Entdeckungsreisen unterstützt und begleitet. Besonders Kinder im Alter von 2-4 Jahren entfaltet sich die natürliche Kreativität und Experimentierfreudigkeit in geradezu ein Feuerwerk von Inspiration. Unser altes System besitzt leider noch zu viele herrschende Systeme das diese freie Entwicklungsmöglichkeiten stark einschränkt.

  • Angela Metzger

    Vielen Dank für das wertvolle und „bunte“ Interview, in dem wieder so viele anregende Impulse von Gerald Hüther „verschenkt“ wurden. Tolle Fragen von Silke Weiß, die das Gespräch sehr gut und in einer angenehmen Art und Weise weise geleitet hat. Wenn wir von Bildung, Schule und „Lehrer*innen“ sprechen, vermisse ich aktuell auch den nächsten Lebens-Schritt bei der Entwicklung und Begleitung der Kinder und Jugendlichen – der Schritt nach der Schule, z.B. in die berufliche Bildung, sowie hierfür dringende Impulse für die Akteure in diesem Feld unter dem Aspekt „Bildung neu denken bzw. Bildung im Aufbruch“.
    Mein größter Wunsch, in dieser einmaligen Zeit, die uns so wahnsinnig große Ent-Wicklungs-Chancen bietet – wie Gerald Hüther sagt, die spannenste Zeit, um hier neue Wege einzuschlagen – wäre ein großer runder Tisch, an dem wir die „Ent-Wickler“, „Ent-Falter“ und „Ent-Decker“ aus den verschiedenen Bereichen der Bildung zusammen bringen und dann geminsam sehr stark neue Welten bauen können.
    Die Kinder, die sich heute im System Schule nicht voll entfalten können, werden diejenigen sein, die anschl. in einem Hochschul- bzw. berufl. Bildungssystem den Schritt in eine berufliche „Tätigkeit“ aufnehmen und sich dort auch „verlaufen“ können/werden. Ich bin aber sehr optimitisch, nach jahrzehntelanger Erfahrung, dass es auch in diesem nächsten Bildungsfeld Menschen gibt, die „Menschen mögen und Mut machen“ – d.h. wahrhafte Potenzial-Ent-Falter, mit einer ausgesprochen wichtigen Funktion für unsere Gesellschaft. D.h. das WIR kann unter Einbeziehung dieser Mitstreiter*innen noch größer und stärker werden. Über einen Kontakt zur Vernetzung und zum gemeinsamen Wachstum würde ich mich sehr freuen.

  • Was für ein fantastisches Interview, das Mut macht, an Werten festzuhalten, die in unserer Gesellschaft in den Hintergrund getreten sind und dennoch für die Persönlichkeitsentwicklung unendlich wichtig sind. Es hat mich darin bestärkt, an der Maxime festzuhalten „wenn du mich nur nach meinen Noten beurteilst, wirst du meine wahren Stärken nie entdecken“, den Kindern und allen an der Schule Beteiligten Raum zu geben, in einer wertschätzenden Atmosphäre sich selbst zu entdecken, wahrzunehmen, Potentiale zu fördern, um letztendlich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu bekommen und diese zu leben.
    Vielen Dank Herr Hüther!

  • Thomas Krilleke

    Unsere Schulen schaffen durch die „angedrahtete Erziehung“ Menschen auf dem Niveau von „selbstlaufenden Laubbläsern“ – ich hab es immer geahnt und wohl desshalb unterbewusst eine Vorliebe für naturnahe Gärten mit spontanem Bewuchs entwickelt, als Ausgleich für den leider so normalen (normierten?) Schulalltag…
    Vielen Dank für die inspirierenden Gedanken!

  • Stefanie

    Ein sehr inspirierendes Video, vielen Dank!
    Ich möchte aber herzlich darauf hinweisen, dass es bereits viele LehrerInnen und Eltern gibt, die sich schon lange auf den Weg gemacht haben. 😍 Bitte diese auch Wert schätzen 🙏🏻

  • Dorothee

    Vielen Dank für diese tiefe und berührende Einordnung der aktuellen Situation insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen. Wie wertvoll die aufgezeigten Möglichkeiten für uns Eltern für einen achtsamen Umgang mit uns selbst, um nicht zuletzt auch liebevolle Vorbilder sein zu können.
    Die aktuelle Krise auch als Chance für einen Wandel in Schule und Gesellschaft zu begreifen, inspiriert hoffentlich viele Pioneers of Education dieses Bildungsgipfels und darüber hinaus, die sich als Teilnehmer dieser Veranstaltung vermutlich dadurch auszeichnen, die eigene Freude am Lernen für’s Leben und Gestalten bewahrt zu haben.

  • Julia

    Danke an Gerald Hüther und Silke für die inspirierenden Impulse in diesen stürmischen (Schul-)Zeiten!
    Mein Herz ist berührt.

  • Gertrud

    Vielen Dank für das wunderbare Interview.
    Aus Sicht einer Großmutter kann ich Gerald Hüter nur zustimmen mit seiner so mit- und einfühlenden Sicht, wie Kinder aufwachsen sollen, dürfen.
    Als Großmutter und mit einigen Neuorientierungen im Leben, die einem wirklich weiter und auch zu sich selbst zurückbringen können, spüre ich mehr und mehr, dass ein „so lasse“ dem Kind (jetzt Enkelkinder) so viel mehr gut tut, als sie formen zu wollen. Es ist eine Freude, den Wunsch zu spüren, etwas frei zu verschenken zu wollen.
    Und der Begriff: Lehrer als „Erwecker“ (der kindlichen Lernfreude) hat mir besonders gut gefallen!!
    Hoffentlich lassen sich ganz viele Pädagogen, Eltern und Großeltern davon anstecken. Ein toller Virus!!

  • Anett Volke

    Ein wunderbares Gespräch. Ich bin seit Jahren auf der Spur von Gerald Hüther. Leider spüre ich bei meinen 3 Kindern in der Schule kaum solche Ansätze. Vielen Dank und viel Erfolg!

  • Irene

    Ich habe es gerade problemlos angeschaut. So bereichernd, vielen Dank👍😊

  • Als ich als Lehrerin auf ‚Schule im Aufbruch‘ stieß, war mir sofort klar: Ich MUSS einfach an einer SiA arbeiten – insbesondere eine neue Oberstufe ist mir wichtig! Da bin ich nun dran 😉 Derweil verblogge ich all die Ideen und Gedanken, die ich für eine neue Lernkultur habe.
    DANKE nicht nur für Ihren Einsatz bei der Initiative, sondern überhaupt für eine neue Lernkultur.

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